War Whitney Houston lesbisch? Was über Robyn Crawford wirklich bekannt ist

Anna Schmidt By Anna Schmidt
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Die Frage, ob Whitney Houston lesbisch war, lässt sich nicht seriös mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Belegt ist, dass ihre langjährige Vertraute Robyn Crawford nach Houstons Tod öffentlich von einer romantischen und sexuellen Beziehung zwischen den beiden Frauen in jungen Jahren berichtete. Whitney Houston selbst bezeichnete sich zu Lebzeiten jedoch nie öffentlich als lesbisch. Im Gegenteil: Sie wies entsprechende Gerüchte in Interviews zurück.

Deshalb ist eine wichtige Unterscheidung nötig: Crawfords Schilderungen sprechen dafür, dass die beiden Frauen zeitweise mehr als eine Freundschaft verband. Daraus lässt sich aber nicht automatisch ableiten, mit welcher sexuellen Orientierung Whitney Houston sich selbst identifiziert hätte. Crawford erklärte später ausdrücklich, dass die beiden damals nicht mit Kategorien wie „lesbisch“ oder „schwul“ über ihre Beziehung gesprochen hätten.

War Whitney Houston lesbisch?

Es gibt keine verlässliche Grundlage dafür, Whitney Houston eindeutig als lesbisch zu bezeichnen. Houston hat sich zu Lebzeiten nicht öffentlich so identifiziert. In einem Interview aus dem Jahr 1993 reagierte sie vielmehr deutlich ablehnend auf die wiederkehrenden Behauptungen, ihre Freundschaft mit Robyn Crawford sei eine lesbische Beziehung.

Das Bild wurde allerdings Jahre nach Houstons Tod komplizierter. Robyn Crawford veröffentlichte 2019 ihre Erinnerungen A Song for You: My Life with Whitney Houston und schilderte darin erstmals ausführlich, dass ihre Verbindung mit Houston in jungen Jahren auch romantisch und körperlich gewesen sei.

Beides gehört zur vollständigen Geschichte: Houstons öffentliche Dementis ebenso wie Crawfords spätere persönliche Darstellung.

Eine eindeutige Aussage wie „Whitney Houston war lesbisch“ geht deshalb über das hinaus, was zuverlässig festgestellt werden kann. Ebenso wenig lässt sich seriös behaupten, sie sei definitiv bisexuell gewesen. Eine sexuelle Orientierung sollte nicht allein aus einzelnen Beziehungen abgeleitet werden, wenn die betreffende Person selbst keine entsprechende Identität öffentlich benannt hat.

Wer war Robyn Crawford für Whitney Houston?

Robyn Crawford gehörte über viele Jahre zu den engsten Menschen in Whitney Houstons Leben. Die beiden lernten sich als Teenager in New Jersey kennen, lange bevor Houston zu einem internationalen Superstar wurde.

Aus der frühen Freundschaft entwickelte sich nach Crawfords Darstellung eine sehr enge persönliche Beziehung. Crawford berichtete später, dass sie und Houston auch körperlich miteinander verbunden gewesen seien. Als Houstons Musikkarriere Fahrt aufnahm, sei dieser Teil ihrer Beziehung beendet worden.

Die beiden blieben dennoch eng verbunden. Crawford arbeitete später in Houstons Umfeld und übernahm unter anderem Aufgaben als Assistentin und kreative Vertraute. Gerade weil sie ständig an der Seite der Sängerin zu sehen war, entstanden bereits während Houstons Karriere Spekulationen über die Art ihrer Beziehung.

Crawford äußerte sich jahrzehntelang nicht ausführlich öffentlich dazu. Erst sieben Jahre nach Houstons Tod machte sie ihre eigene Sicht auf die gemeinsame Vergangenheit umfassend bekannt.

Was berichtete Robyn Crawford über ihre Liebesbeziehung?

In ihren 2019 erschienenen Memoiren beschreibt Crawford die Beziehung zu Houston als eine Verbindung, die weit über eine gewöhnliche Freundschaft hinausgegangen sei.

Nach Crawfords Darstellung waren die beiden Frauen verliebt und hatten eine sexuelle Beziehung. Houston habe später entschieden, dass sie den körperlichen Teil ihrer Verbindung beenden müssten. Crawford zufolge spielte dabei die Sorge eine Rolle, dass eine Beziehung zwischen zwei Frauen Houstons beginnende Karriere beschädigen könnte.

Besonders wichtig für die heutige Einordnung ist jedoch ein weiterer Punkt aus Crawfords Darstellung: Die beiden hätten ihre Verbindung damals nicht mit festen Begriffen wie lesbisch oder schwul definiert.

Das spricht gegen die verbreitete Verkürzung, Crawfords Buch habe einfach „bestätigt, dass Whitney Houston lesbisch war“. Bestätigt wird durch Crawfords eigene Aussage vielmehr ihre Sicht, dass zwischen ihr und Houston eine romantische und sexuelle Beziehung bestanden habe. Über Houstons persönliche sexuelle Identität sagt das nicht automatisch dasselbe aus.

Warum dementierte Whitney Houston die Gerüchte?

Bereits lange vor Crawfords Buch beschäftigten sich Boulevardmedien mit Whitney Houstons Sexualität. Besonders ihre außergewöhnlich enge Beziehung zu Crawford wurde immer wieder zum Gegenstand von Spekulationen.

Houston kritisierte diese Berichterstattung öffentlich. 1993 machte sie deutlich, dass sie es nicht akzeptiere, wenn aus einer engen Freundschaft zwischen zwei Frauen automatisch auf eine lesbische Beziehung geschlossen werde. Sie erklärte zudem, entsprechende Behauptungen bereits mehrfach dementiert zu haben.

Warum ihre öffentlichen Aussagen von Crawfords späteren Erinnerungen abweichen, lässt sich heute nicht zweifelsfrei beantworten.

Crawford beschreibt den gesellschaftlichen und beruflichen Druck der damaligen Zeit als entscheidenden Faktor. In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren konnte eine offen gleichgeschlechtliche Beziehung für einen auf den internationalen Massenmarkt ausgerichteten Popstar erhebliche Auswirkungen auf Image und Karriere haben.

Ob Houston ihre Beziehung deshalb bewusst geheim hielt, wie Crawford berichtet, kann Houston selbst nicht mehr erläutern. Sie starb am 11. Februar 2012 im Alter von 48 Jahren.

Bedeutet eine Beziehung mit einer Frau automatisch, dass Houston lesbisch war?

Nein. Genau hier liegt einer der häufigsten Fehler bei der Diskussion über Whitney Houston und Robyn Crawford.

Sexuelle oder romantische Erfahrungen und die persönliche sexuelle Identität sind nicht zwangsläufig dasselbe. Ein Mensch kann Beziehungen zu verschiedenen Geschlechtern haben, ohne sich selbst mit einem bestimmten Begriff wie lesbisch, bisexuell oder heterosexuell zu beschreiben.

Für Whitney Houston ist öffentlich dokumentiert, dass sie Beziehungen zu Männern hatte. 1992 heiratete sie den R&B-Sänger Bobby Brown. Ihre gemeinsame Tochter Bobbi Kristina Brown wurde 1993 geboren. Houston und Brown ließen sich 2007 scheiden.

Diese Beziehungen beweisen wiederum nicht, dass Crawford deshalb nur eine Freundin gewesen sein kann. Crawfords spätere Aussagen liefern eine andere Perspektive auf Houstons frühes Privatleben.

Die sachlich präziseste Formulierung lautet daher: Robyn Crawford zufolge hatten sie und Whitney Houston in jungen Jahren eine romantische und sexuelle Beziehung. Whitney Houston selbst identifizierte sich öffentlich nicht als lesbisch.

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Wie entstand das Gerücht um Whitney Houston und Robyn Crawford?

Die Spekulationen entstanden nicht erst nach Houstons Tod. Crawford war über Jahre hinweg eine auffallend wichtige Person in ihrem privaten und beruflichen Umfeld. Ihre Nähe wurde von Medien beobachtet und teilweise zum Gegenstand sensationsorientierter Berichterstattung.

Gleichzeitig wurde Houstons öffentliches Image in den ersten Jahren ihrer Karriere besonders stark kontrolliert und vermarktet. Als sie Mitte der 1980er-Jahre international erfolgreich wurde, entwickelte sie sich zu einem der größten Popstars ihrer Generation.

Damit wurde auch ihr Privatleben zunehmend öffentlich diskutiert. Die Frage nach Crawford wurde in Interviews regelmäßig mit Gerüchten über Houstons Sexualität verbunden.

Was damals überwiegend als Spekulation behandelt wurde, erhielt 2019 durch Crawfords Memoiren eine neue Grundlage. Erstmals erklärte diejenige Person ausführlich ihre Sicht, die neben Houston selbst am unmittelbarsten an der Beziehung beteiligt gewesen war.

Das macht Crawfords Bericht besonders relevant. Er bleibt dennoch die rückblickende Darstellung einer Beteiligten und ersetzt keine eigene Selbstbeschreibung Houstons.

Was zeigen Bücher, Dokumentationen und der Kinofilm?

Die Beziehung zwischen Houston und Crawford wurde nach Houstons Tod zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil ihrer öffentlichen Biografie.

Dokumentationen wie Whitney: Can I Be Me aus dem Jahr 2017 beschäftigten sich mit der außergewöhnlichen Nähe der beiden Frauen und dem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Houston Karriere machte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Crawford ihre eigene Geschichte noch nicht ausführlich veröffentlicht.

2019 erschien schließlich A Song for You: My Life with Whitney Houston. Die deutsche Ausgabe kam unter dem Titel I Will Always Love You: Mein Leben mit Whitney Houston auf den Markt. Mit diesem Buch veränderte Crawford die öffentliche Diskussion erheblich, weil sie die zuvor jahrzehntelang umstrittene Frage nach einer körperlichen Beziehung aus ihrer persönlichen Perspektive beantwortete.

Auch der Spielfilm Whitney Houston: I Wanna Dance with Somebody von 2022 stellt die Beziehung zwischen Houston und Crawford als romantisch dar. Der Film trägt damit dazu bei, dass viele jüngere Zuschauer heute erstmals über diesen Teil von Houstons Leben erfahren.

Ein Spielfilm ist jedoch keine eigenständige Beweisquelle für private Ereignisse. Für die historische Einordnung ist Crawfords eigene Darstellung wesentlich wichtiger.

Warum bei Whitney Houstons Sexualität eine präzise Sprache wichtig ist

Viele Überschriften reduzieren die Geschichte auf die Frage: „War Whitney Houston lesbisch?“ Das ist verständlich, weil genau danach häufig gesucht wird. Es kann die tatsächliche Quellenlage aber zu stark vereinfachen.

Drei Aussagen sollten klar auseinandergehalten werden:

  • Belegt als Crawfords eigene Aussage: Robyn Crawford sagte, dass sie und Houston eine romantische und sexuelle Beziehung hatten.
  • Von Houston öffentlich geäußert: Whitney Houston dementierte zu Lebzeiten Gerüchte über eine lesbische Beziehung mit Crawford.
  • Nicht zuverlässig feststellbar: Mit welchem Begriff Houston selbst ihre sexuelle Orientierung bezeichnet hätte, wenn sie frei darüber hätte sprechen wollen.

Gerade weil Houston selbst nicht mehr Stellung nehmen kann, wäre es irreführend, ihr nachträglich eine eindeutige sexuelle Identität zuzuschreiben.

Die Beziehung zu Crawford darf deshalb weder als bloßes Gerücht abgetan noch als Beweis für eine bestimmte Selbstidentifikation Houstons überinterpretiert werden.

Frequently Asked Questions

1. War Whitney Houston lesbisch?

Das ist nicht bestätigt. Whitney Houston bezeichnete sich öffentlich nie als lesbisch und dementierte entsprechende Gerüchte. Robyn Crawford berichtete später jedoch von einer früheren romantischen und sexuellen Beziehung zwischen ihnen.

2. Hatte Whitney Houston eine Beziehung mit Robyn Crawford?

Nach Robyn Crawfords eigener Darstellung ja. Sie schrieb 2019, dass ihre Beziehung zu Houston in jungen Jahren romantisch und körperlich gewesen sei.

3. Wer war Robyn Crawford?

Robyn Crawford war eine langjährige Freundin, Vertraute und Mitarbeiterin Whitney Houstons. Die beiden kannten sich bereits, bevor Houston weltberühmt wurde.

4. Warum wurde die Beziehung zwischen Houston und Crawford geheim gehalten?

Crawford zufolge befürchteten sie, dass eine öffentlich bekannte gleichgeschlechtliche Beziehung Houstons beginnende Karriere erschweren könnte. Houston selbst bestätigte diese Darstellung zu Lebzeiten nicht öffentlich.

5. War Whitney Houston bisexuell?

Auch das kann nicht als gesicherte Tatsache dargestellt werden. Verschiedene Menschen aus Houstons Umfeld haben darüber spekuliert, Houston selbst identifizierte sich öffentlich jedoch nicht als bisexuell.

6. Was sagte Whitney Houston selbst über die Gerüchte?

Houston wies die Behauptung einer lesbischen Beziehung mit Crawford öffentlich zurück und kritisierte, dass aus einer engen Freundschaft zwischen zwei Frauen automatisch eine sexuelle Beziehung gemacht werde.

7. Wird Robyn Crawford im Whitney-Houston-Film gezeigt?

Ja. Im Biopic Whitney Houston: I Wanna Dance with Somebody von 2022 spielt Robyn Crawford eine wichtige Rolle. Der Film zeigt auch eine romantische Beziehung zwischen ihr und Houston.

Conclusion

Die Suchfrage „Whitney Houston lesbisch?“ hat eine differenziertere Antwort verdient als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Robyn Crawford hat öffentlich erklärt, dass sie und Whitney Houston in jungen Jahren eine romantische und sexuelle Beziehung führten. Damit gibt es heute deutlich mehr als nur frühere Boulevardgerüchte über die Nähe der beiden Frauen.

Gleichzeitig bezeichnete sich Whitney Houston selbst nie öffentlich als lesbisch. Sie dementierte entsprechende Behauptungen zu Lebzeiten, während Crawford später erklärte, dass beide ihre Beziehung damals gar nicht mit Begriffen wie lesbisch oder schwul definiert hätten.

Deshalb ist die präziseste Einordnung: Eine frühere Liebesbeziehung zwischen Whitney Houston und Robyn Crawford ist durch Crawfords eigene Schilderung dokumentiert. Eine eindeutige sexuelle Identität Whitney Houstons lässt sich daraus jedoch nicht seriös ableiten.

Wer sich weiter mit diesem Teil ihrer Biografie beschäftigt, sollte vor allem zwischen Houstons eigenen Aussagen, Crawfords Erinnerungen und späteren Interpretationen in Medien und Filmen unterscheiden. Genau diese Trennung verhindert, dass aus einer komplexen Lebensgeschichte eine einfache, aber möglicherweise falsche Schlagzeile wird.

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Anna Schmidt ist eine deutsche Journalistin und Autorin bei neueszeitung.de, wo sie über aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft und Kultur schreibt. Mit einem scharfen Blick für Details und einer klaren, zugänglichen Schreibweise bringt sie komplexe Sachverhalte auf den Punkt und macht sie für ein breites Publikum verständlich. Ihre Leidenschaft für fundierte Recherche und unabhängigen Journalismus spiegelt sich in jedem ihrer Artikel wider, und sie setzt sich dafür ein, ihren Lesern stets verlässliche und gut recherchierte Informationen zu liefern.
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